Nizza: zum 14. Juli 2016

Liebe Schülerinnen und Schüler,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Eltern,

das Unfassbare ist eingetreten: Zwei unserer Schülerinnen und eine junge Kollegin gehören zu den 84 Todesopfern der Amokfahrt von Nizza.

Unsere Trauer in Worte zu fassen, fällt uns schwer. Wir sind in Gedanken bei den Angehörigen, Freundinnen und Freunden und den Schülerinnen und Schülern, die das Geschehen unmittelbar erleben mussten.

Wir möchten uns an dieser Stelle für die erwiesene Anteilnahme bedanken.

Wenn Sie Fragen haben, können Sie uns selbstverständlich kontaktieren. Pressefragen richten Sie bitte an die Pressestelle der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

 

Bienzeisler, Kather, Nartschick, Pein, Schallnas (19. Juli 2016)

Berliner Krisendienst: Telefon 030/3906300 - www.berliner-krisendienst.de

 

  

Unser Gedenkstein

Gedenkstein in der Nehrinstr. 9

Unseren Gedenkstein finden Sie auf dem Gelände der Paula-Fürst-Schule, Gymn. Oberstufe/Nehringgrundschule in der Nehringstr. 9 am Ende des Hauptwegs. Er ist bereits vom Eingang her sichtbar.

(3. Februar 2017)

 

 

 

  

Wir trauern

Liebe Schüler, liebe Eltern, sehr geehrtes Kollegium, sehr geehrte
Schulleitung,

wir alle erleben nun den schlimmsten Anfang von Sommerferien, den ein
Mensch sich vorstellen kann. Durch einen Angriff eines verwirrten
Menschen mit einem Lastwagen auf schutzlose Menschen haben wir Freunde,
Mitschülerinnen und eine junge Lehrerin verloren und bangen um das Leben
einer weiteren Schülerin.

Wir wollen gar nicht erst behaupten, wir wüssten, wie die Eltern, die
Partner, die Freunde der Opfer sich fühlen - das kann niemand. Wir sind
dennoch bei Ihnen und fühlen uns Ihnen nahe. Wir rufen Ihnen zu: Sie
sind nicht allein. Wir trauern mit Ihnen. Wo wir zuhören können, werden
wir zuhören. Wo wir helfen können, werden wir helfen.

Für die mitgereisten Schülern und Lehrkräften ist es wichtig, zu
verstehen, dass niemanden irgendeine Mitschuld trifft - die Schuld hat
nur der Mörder auf sich geladen, er ganz allein.

Sprecht mit Freunden, Eltern, Geistlichen, auch mit professionellen
Helfern über die Bilder und Filme in Euren Köpfen. Die müssen da raus,
sonst werden diese Bilder Euch vergiften. Ihr seid nicht allein, wenn
Ihr nicht allein bleiben wollt. Reden hilft!

Wenn Ihr Ansprechpartner braucht, können wir Euch diese vermitteln.

Unsere Schulleitung steht vor der Aufgabe, dieses Schuljahr nach diesem
Ereignis zu Ende bringen zu müssen, ohne Wunden zu vertiefen und mit der
Frage umgehen zu müssen, wie viel Raum die Schulgemeinschaft nach dem
Zusammentreffen mit dem Tod zu dessen Verarbeitung nun braucht. Das wird
möglicherweise je nach Nähe zum zwölften Jahrgang unterschiedlich zu
handhaben sein. Wir stehen Ihnen zu jedem Dialog und zu jeder möglichen
Unterstützung zur Verfügung.

Auf die Lehrer und Lehrerinnen wartet die unendlich schwere Aufgabe,
trotz der Trauer um eine junge Kollegin und mit Rücksicht auf die
verletzten Schülerseelen irgendwann wieder sanft nach vorne schauen zu
müssen und den Schülern und Schülerinnen den Weg zum Abitur zu zeigen.

Jeder und jede von uns wird mit der Erinnerung an die drei getöteten
Mitglieder unserer Schulgemeinschaft in diesen Sommer gehen.

Es ist ein Sommer des traurigen Abschieds geworden.

Wir trauern um die Toten, wir hoffen mit den Verletzten und wir fordern
jede erdenkliche Hilfe für die Überlebenden.

der Vorstand der GEV der Paula-Fürst-Schule

   M.A.

Schreiben der Bildungssenatorin zum 14. Juli 2018

Zum 14. Juli 2018 erreichte uns das folgende Schreiben von Bildungssenatorin Sandra Scheeres:

  
Schreiben von Senatorin S. Scheeres zum 14. Juli 2018

zum Jahrestag des Attentates von Nizza

Am 14. Juli 2016 fuhr in Nizza ein Attentäter mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf der Strandpromenade, auf der auch die Reisegruppe unserer Schule mit den Franzosen und Gästen des Landes den Nationalfeiertag Frankreichs feierte. Von 28 Schülerinnen und Schülern unserer Kursfahrt des zwölften Jahrganges kamen nur 25 ins Hotel zurück. Eine Schülerin wurde in der Nacht schwerverletzt in einem Krankenhaus gefunden. Die begleitende Lehrerin und zwei weitere Schülerinnen waren nicht aufzufinden. Ihr Schicksal...

  
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Der letzte Abend

Unter diesem Titel schrieb der Journalist Lucas Vogelsang zum 14. Juli 2017 einen sehr einfühlsamen Artikel für eine Berliner Tageszeitung. Wir danken ihm, dass er ihn uns zur Verfügung gestellt hat...

  
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Klassenfahrt in den Terror - Deutsche Schüler ein Jahr nach dem Nizza-Anschlag

Beitrag des WDR in der Reihe "Menschen hautnah" vom Donnerstag, 13. Juli 2017

  
zum Beitrag in der WDR-Mediathek

14. Juli 2017 : Ein Jahr ist vergangen

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern, liebe Kolleginnen und Kollegen,

der 14. Juli 2017 rückt in Datumsnähe. Für einige von Ihnen ist dieser kommende Freitag mit einem Rückblick auf den 14. Juli vor einem Jahr versehen. Die Erinnerung daran hält uns immer noch in Atem. Die Unfassbarkeit des an jenem damaligen Donnerstag in Nizza geschehenen terroristischen Verbrechens, durch das drei Mitglieder unserer Schulgemeinschaft jäh aus dem Leben gerissen worden sind, wird uns mit dem Denken an diesen Tag begleiten.

Nach dem 14. Juli 2016 war die Paula-Fürst-Schule eine andere. Das Bewusstsein in die Unmittelbarkeit von terroristischen Akten involviert und beteiligt  werden zu können, ist seitdem für viele von uns traurige Realität geworden.

Damals haben wir formuliert, dass es uns schwerfiel, unsere Trauer in Worte zu fassen. Ein Gedenkstein und ein Kirschbaum symbolisieren unsere Trauer, aber auch die Beständigkeit des Gedenkens an die zwei Schülerinnen und unsere junge Kollegin. Beides, Gedenkstein und Kirchbaum, wurden auf unserer Gedenkfeier im November aufgestellt. Die Pflege von Baum und Gedenkstein werden jetzt Schülerinnen und Schüler des zukünftigen 13. Jahrgangs übernehmen.

Der Umgang mit der Trauer war und ist für uns stets präsent. Im Schulleitungsteam, aber auch mit bezirklichen und überbezirklichen Helferinnen und Helfern. Gemeinsam mit ihnen allen wurde uns deutlich, dass es keine routinierten Maßnahmen für solche Art von Katastrophen gibt.

Wir haben versucht, den traumatisierten Schülerinnen und Schülern, die damals an der Kursreise nach Nizza teilgenommen hatten, die bestmögliche Unterstützung für die Vorbereitung zum Abitur zu geben, auch mit finanzieller Beteiligung des Senats. Doch die Traumata machen sich bei einigen von ihnen im unterschiedlichen Ausmaß und zu unterschiedlichen Zeiten immer wieder bemerkbar. Es braucht Zeit, damit umzugehen und neue, starke und positive Erfahrungen mit dem Leben dem entgegenzusetzen.

Wir wünschen allen Schülerinnen und Schülern dieses 13. Jahrgangs dieses Schuljahrs einen weiterhin erfolgreichen, selbstbestimmten und an positiven Erfahrungen reichen Lebensweg.

Brigitte Kather

  

Artikel im ZEITmagazin vom 8. Dezember 2016

Der unten stehende Text erschien am 8. Dezember 2016 im ZEITmagazin Nr. 51, S. 26/27. Er wurde erstellt in Folge eines Interviews von Frau Kemper (Journalistin)

15. Juli, 7:30 Uhr: Eine Lehrerin in Berlin erfährt vom Anschlag in Nizza

Elke B., Oberstufenkoordinatorin der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule:

»Komm schnell rein, weißt du es schon?« So begrüßten mich meine Schulleitungskollegen, als ich um halb acht in die Schule kam. Ich hatte es noch nicht gehört: dass es in Nizza am Abend zuvor einen Anschlag gegeben hatte, mit vielen Toten. Einen Anschlag in der Stadt, in der gerade 28 Schüler und zwei Lehrer unserer Schule auf Kursfahrt waren...

  
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